Kurz erklärt
Plattformen wie Instagram und TikTok bewerten jeden Beitrag für jede Person einzeln. Grundlage sind Signale wie bisherige Interaktionen, Verweildauer, abgeschlossene Ansichten, Speicherungen und Weiterleitungen an Freunde. Daraus wird geschätzt, wie wahrscheinlich eine Reaktion ist, und danach sortiert.
Instagram unterscheidet dabei Feed, Reels und Stories mit jeweils eigener Gewichtung: Im Feed zählen Beziehungen stärker, bei Reels zählt vor allem, ob fremde Menschen einen Beitrag zu Ende schauen und weiterschicken. Reichweite entsteht deshalb heute weniger über die Zahl der Follower als über Interesse am Thema.
Vermutungen über heimliche Drosselungen erklären die Zahlen selten. Häufiger sind schwache Anfänge, unklare Themen und unregelmäßiges Veröffentlichen die Ursache. Wer Reichweite verstehen will, betrachtet einzelne Beiträge deshalb nicht isoliert, sondern prüft über mehrere Wochen, welche Themen dauerhaft laufen. Ein einzelner schwacher Beitrag ist normal und noch kein Zeichen für eine Sperre.
In der Praxis
Eine Tischlerei aus Bremen versteht nicht, warum ein aufwendiger Imagebeitrag kaum läuft, während ein Handyvideo vom Einbau einer Treppe geteilt wird. Der Unterschied liegt im Verhalten der Zuschauer: Das Handyvideo wird zu Ende gesehen und weitergeschickt, der Imagebeitrag nach zwei Sekunden weggewischt. Die Tischlerei baut ihre Beiträge um und beginnt jedes Video mit dem fertigen Ergebnis.
Tipp aus der Agentur: Statt den Algorithmus überlisten zu wollen, lieber die drei Signale verbessern, die wirklich zählen: Anfang, Zuschaudauer und Weiterleitungen an Freunde.
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