Kurz erklärt
Demografische Daten beschreiben, wer erreicht wird, nicht warum jemand kauft. Sie sind trotzdem nützlich, weil sie Entscheidungen über Kanäle, Bildsprache und Anzeigeneinstellungen begründen. Instagram und TikTok liefern Altersgruppen und Orte, LinkedIn zusätzlich berufliche Merkmale. Wichtig ist, diese Werte regelmäßig zu prüfen, weil sich das Publikum mit jedem gut laufenden Beitrag verschieben kann.
Vorsicht ist bei Schlüssen vom Merkmal auf das Bedürfnis geboten. Zwei Menschen gleichen Alters am selben Ort können völlig verschiedene Anlässe haben. Für Anzeigen ist die Kombination aus Ort und Anlass meist treffsicherer als eine enge Altersgrenze, die nur die Zielgruppe verkleinert und den Preis erhöht.
Rechtlich gilt: Diese Daten sind zusammengefasst und anonym. Rückschlüsse auf einzelne Personen sind weder möglich noch zulässig, und besondere Merkmale wie Gesundheit oder Weltanschauung dürfen für Werbung nicht als Kriterium dienen.
In der Praxis
Ein Bremer Autohaus vermutet, dass vor allem junge Menschen junge Gebrauchtwagen kaufen, und richtet die Anzeigen auf 18 bis 29 Jahre aus. Die Auswertung zeigt aber, dass die meisten Anfragen von Menschen zwischen 35 und 55 kommen, oft für den Zweitwagen der Familie. Die Altersgrenze wird geöffnet, die Anzeigen zeigen nun Familiensituationen, die Anfragen steigen.
Tipp aus der Agentur: Zielgruppen in Anzeigen lieber weit fassen und die Feinauswahl dem System überlassen. Enge Vorgaben aus dem Bauch heraus kosten meist Reichweite und Geld.
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