Kurz erklärt
Custom Audiences entstehen aus Daten, die ein Unternehmen bereits besitzt. Übliche Quellen sind hochgeladene Kunden- und Interessentenlisten, Website-Ereignisse über den Meta-Pixel und die Conversion API sowie Interaktionen auf Instagram und Facebook: Videoaufrufe, Profilbesuche, gespeicherte Beiträge oder ausgefüllte Lead-Formulare.
Im Werbeanzeigenmanager haben solche Zielgruppen zwei Aufgaben. Entweder werden sie direkt bespielt, meist im Retargeting mit einem konkreten Angebot, oder sie dienen als Quelle für eine Lookalike Audience. Hochgeladene Listen werden vor dem Abgleich verschlüsselt, dürfen aber nur aus rechtmäßig erhobenen Daten stammen.
Für kleine Betriebe sind zwei Grenzen wichtig: Sehr kleine Listen erreichen die Mindestgröße für die Auslieferung nicht, und wer eine schmale Zielgruppe wochenlang mit derselben Anzeige bespielt, erzeugt Ad Fatigue. Website-Zielgruppen bleiben zudem lückenhaft, wenn Einwilligungsbanner und serverseitiges Tracking nicht sauber aufgesetzt sind.
In der Praxis
Ein Autohaus in Bremen lädt die Liste seiner Servicekunden in den Werbeanzeigenmanager und bildet daraus eine Custom Audience. Diese Gruppe sieht im Frühjahr eine kurze Anzeige zum Reifenwechsel, während eine zweite Zielgruppe aus Website-Besuchern der letzten 30 Tage ein Angebot zu einem konkreten Fahrzeugmodell erhält. Bestandskunden und Interessenten bekommen so unterschiedliche Botschaften, statt beide mit derselben allgemeinen Anzeige zu erreichen.
Tipp aus der Agentur: Zielgruppen aus Videoaufrufen und Profilinteraktionen lassen sich ohne Website-Daten aufbauen und sind der einfachste Einstieg ins Retargeting. Wichtig ist, Bestandskunden bei Neukundenkampagnen aktiv auszuschließen.
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