Kurz erklärt
Ghost Follower entstehen durch gekaufte Follower, durch Gewinnspiele ohne Bezug zum Angebot, durch Follow-Unfollow-Aktionen und schlicht durch Zeit: Konten werden aufgegeben, Interessen ändern sich, Menschen wechseln die Plattform. Ein gewisser Anteil ist bei jedem Profil normal.
Problematisch werden sie in zwei Punkten. Erstens verzerren sie Kennzahlen, weil die Engagement Rate im Verhältnis zur Followerzahl sinkt und Auswertungen unbrauchbar werden. Zweitens verzerren sie das Bild der Zielgruppe, wenn Herkunft und Alter der Follower nicht mehr zum tatsächlichen Kundenkreis passen. Auf die Ausspielung wirken vor allem die ersten Reaktionen auf einen neuen Beitrag, nicht die reine Followerzahl.
Massenhaftes Entfernen von Followern über fremde Werkzeuge ist riskant und kann den Kontostatus gefährden. Sinnvoller ist es, offensichtliche Fake-Profile gelegentlich manuell zu entfernen und vor allem die Ursachen abzustellen.
In der Praxis
Ein Fitnessstudio in Bremen hat vor Jahren Follower gekauft und wundert sich über schwache Reichweite trotz 8.000+ Followern. Die Auswertung zeigt einen großen Anteil an Konten ohne Bezug zur Region. Statt einer Massenlöschung werden auffällige Profile schrittweise entfernt, Gewinnspiele mit fachfremden Preisen gestrichen und die Beiträge künftig auf lokale Themen ausgerichtet.
Tipp aus der Agentur: Statt der Followerzahl die Reichweite je Beitrag und den Anteil der Nichtfollower auswerten. Diese Werte lassen sich nicht künstlich aufblähen.
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