Kurz erklärt
Der Reiz liegt weniger in der Größe als in der Nähe. Kleinere Konten haben oft engere Bindung zur Community, antworten selbst auf Kommentare und wirken in Empfehlungen glaubwürdiger als große Accounts mit gemischter Zielgruppe. Für regionale Betriebe kommt dazu, dass die Follower tatsächlich in der Region wohnen.
Bei der Auswahl zählt Passung vor Zahlen. Sinnvoll sind ein Blick auf die letzten Beiträge, das Verhältnis von Kommentaren zu Followern, die Herkunft der Zielgruppe und die Frage, wie viele Kooperationen bereits laufen. Ein Konto mit 4.000 Followern aus Bremen ist für eine Gastronomie meist wertvoller als 80.000 Follower bundesweit.
Rechtlich gilt Kennzeichnungspflicht für bezahlte oder anderweitig vergütete Beiträge, auch bei Gegenleistungen wie Gratisprodukten. Vereinbarungen zu Nutzungsrechten gehören schriftlich fest, sonst darf der Betrieb das Material nicht weiterverwenden.
In der Praxis
Ein Restaurant in der Bremer Überseestadt lädt drei lokale Creator mit jeweils wenigen tausend Followern zum Testessen ein. Vereinbart sind je ein Reel und eine Story, gekennzeichnet als Werbung, sowie die Freigabe der Aufnahmen für eigene Anzeigen. In den Folgewochen berichten Gäste, sie hätten den Laden dort gesehen. Das Material läuft anschließend als Anzeige weiter.
Tipp aus der Agentur: Nutzungsrechte für Anzeigen immer mitverhandeln. Der Beitrag im fremden Konto wirkt einige Tage, das Material im eigenen Werbekonto arbeitet über Monate.
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