Kurz erklärt
Plattformen werten die Verweildauer als Hinweis darauf, ob ein Inhalt hält, was der Anfang verspricht. Ein Reel, das mehrfach durchläuft, ein Karussell, bei dem jemand alle Bilder ansieht, ein Text, der zu Ende gelesen wird: Solche Signale erhöhen die Wahrscheinlichkeit weiterer Ausspielung.
Beeinflussen lässt sich die Verweildauer vor allem am Anfang und über die Struktur. Die ersten Sekunden entscheiden, ob überhaupt jemand bleibt. Danach hilft es, wenn nicht sofort alles gesagt ist, sondern die Information Stück für Stück folgt. Auch die Länge ist ein Faktor: Ein kurzes Video, das zweimal läuft, sammelt oft mehr Zeit als ein langes, das nach fünf Sekunden abgebrochen wird.
Künstlich gedehnte Videos wirken kurzfristig, führen aber zu Abbrüchen und schwachen Folgeaufrufen. Verweildauer ist außerdem kein Geschäftsziel, ein unterhaltsames Video ohne Bezug zum Angebot bringt Zeit, aber keine Anfragen.
In der Praxis
Ein Friseursalon in der Bremer Neustadt postet Vorher-Nachher-Videos, zeigt das Ergebnis aber schon in der ersten Sekunde. Viele scrollen danach weiter. Im nächsten Versuch beginnt das Video mit dem Ausgangszustand und einem Satz zum Wunsch der Kundin, das Ergebnis kommt am Schluss. Die Videos werden häufiger zu Ende gesehen und laufen länger in der Ausspielung, ohne dass sich am Aufwand etwas ändert.
Tipp aus der Agentur: In den Insights die Kurve des Zuschauerverlaufs ansehen. Der Punkt, an dem viele abspringen, zeigt genauer als jede Vermutung, welche Stelle im Schnitt zu lang ist.
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