Kurz erklärt
Beiträge von Personen erreichen in vielen Netzwerken mehr Menschen als Beiträge von Unternehmensseiten, besonders auf LinkedIn. Wenn Mitarbeitende eigene Einblicke teilen, Stellenanzeigen weiterreichen oder Projekte kommentieren, verteilt sich ein Thema über viele Netzwerke statt über ein einziges.
Damit das funktioniert, braucht es Freiwilligkeit, klare Leitplanken und Material, das leicht zu nutzen ist. Sinnvoll sind eine kurze Social-Media-Guideline, Hinweise zu Betriebsgeheimnissen und Kundendaten sowie Vorlagen, Fotos und Textbausteine. Eine kurze Schulung wirkt meist mehr als jede Aufforderung per Rundmail.
Grenzen gibt es ebenfalls. Niemand darf verpflichtet werden, private Profile geschäftlich zu nutzen. Gleichlautende Texte auf vielen Profilen fallen auf und wirken bestellt. Und wenn Mitarbeitende den Betrieb verlassen, geht ihre Reichweite mit ihnen. Employee Advocacy ergänzt die eigenen Kanäle deshalb, ersetzt sie aber nicht.
In der Praxis
Ein Bremer Ingenieurbüro sucht Projektleiter. Statt nur über die Unternehmensseite zu posten, schreiben drei Mitarbeitende auf LinkedIn kurz, woran sie gerade arbeiten und warum sie geblieben sind. Die Personalabteilung stellt Fotos und einen Absatz zur offenen Stelle bereit, formuliert wird selbst. Die Beiträge erreichen Fachleute im Umkreis, die der Unternehmensseite nie gefolgt wären.
Tipp aus der Agentur: Beiträge nie vorschreiben, sondern Rohmaterial liefern und Zeit dafür einräumen. Eigene Worte sind der einzige Grund, warum das Format überhaupt wirkt.
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