Kurz erklärt
Grundlage ist die Frage, warum jemand in diesem Betrieb arbeiten sollte und was ihn von vergleichbaren Arbeitgebern in der Region unterscheidet. Die Antworten kommen aus dem Betrieb selbst: Arbeitszeiten, Ausstattung, Umgang miteinander, Weiterbildung, Projekte. Erfunden werden darf hier nichts, weil neue Mitarbeitende den Unterschied in der ersten Woche merken.
Sichtbar wird die Arbeitgebermarke über Stellenanzeigen, die Karriereseite, Bewertungsportale und vor allem über Inhalte, die den Alltag zeigen. Kurze Videos mit Menschen aus dem Betrieb wirken stärker als Formulierungen wie „junges, dynamisches Team“.
Employer Branding wirkt langfristig und ist von Social Recruiting zu unterscheiden: Recruiting-Kampagnen bringen Bewerbungen für konkrete Stellen, die Arbeitgebermarke senkt dauerhaft die Kosten dafür und hält vorhandene Mitarbeitende. Wer erst startet, wenn eine Stelle unbesetzt ist, beginnt zu spät.
In der Praxis
Ein Dachdeckerbetrieb im Bremer Umland verliert regelmäßig Bewerber an größere Firmen. Statt weiterer Stellenanzeigen entsteht eine Serie: ein Tag mit dem Auszubildenden, die Fahrzeuge und Werkzeuge, ein Gespräch über Arbeitszeiten im Winter. Nach einigen Monaten kommen Initiativbewerbungen von Leuten, die den Betrieb aus den Videos kennen und wissen, worauf sie sich einlassen.
Tipp aus der Agentur: Ehrliche Aussagen zu Schichten, Wetter oder Fahrzeiten schrecken die Falschen ab und ziehen die Richtigen an. Das spart Gespräche und Fehlbesetzungen.
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