Kurz erklärt
Eine Positionierung beantwortet drei Fragen: Für wen ist das Angebot gedacht, welches Problem löst es besser als andere und woran ist das erkennbar. Die Antworten müssen für Außenstehende überprüfbar sein. Formulierungen wie Qualität und Zuverlässigkeit positionieren nicht, weil kein Wettbewerber das Gegenteil behauptet.
Im Social-Media-Alltag zeigt sich Positionierung weniger in Aussagen als in Auswahl. Welche Projekte gezeigt werden, wer vor der Kamera spricht, welcher Tonfall gilt, welche Themen bewusst wegbleiben. Ein Betrieb, der auf Altbausanierung spezialisiert ist, sollte das an den gezeigten Baustellen erkennen lassen, nicht nur im Profiltext behaupten.
Der häufigste Fehler ist die Angst vor Einschränkung. Wer alle ansprechen will, wird von niemandem als erste Wahl erinnert. Eine engere Positionierung reduziert Anfragen und erhöht ihre Passgenauigkeit. Ein brauchbarer Prüfstein ist, ob Mitarbeitende die Positionierung in einem Satz wiedergeben können.
In der Praxis
Eine Tischlerei in Bremen zeigte lange alles vom Möbelstück bis zum Bodenbelag. Nach der Entscheidung, sich auf Einbauschränke für Altbauten mit schiefen Wänden zu konzentrieren, drehen sich fast alle Beiträge um dieses Thema: Aufmaß, Maßarbeit, fertiger Einbau. Die Anfragen werden weniger, betreffen aber genau diese Arbeiten, und Preisdiskussionen nehmen ab, weil der Anspruch vorher sichtbar war.
Tipp aus der Agentur: Ein guter Test: Wenn der Profiltext ohne Änderung auch beim Wettbewerber stehen könnte, fehlt die Positionierung. Konkrete Spezialisierungen wirken stärker als allgemeine Werteversprechen.
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