Kurz erklärt
Ein großer Teil der Videos in sozialen Netzwerken wird ohne Ton gestartet. Ohne Text steigen Zuschauer in den ersten Sekunden aus. Instagram, TikTok und YouTube erzeugen automatische Untertitel, die jedoch bei Fachbegriffen, Eigennamen und Dialekt Fehler machen und deshalb kontrolliert gehören.
Zu unterscheiden sind eingebrannte Untertitel, die fest im Bild liegen, und zuschaltbare Untertitel als separate Datei. Eingebrannte Texte sind sicher sichtbar, lassen sich aber nachträglich nicht ändern und werden von Suchsystemen nicht ausgelesen. Zuschaltbare Untertitel helfen dagegen bei der Auffindbarkeit.
Gestalterisch gilt: gut lesbare Schrift, hoher Kontrast, wenige Wörter gleichzeitig und eine Position nicht ganz unten, wo Bedienelemente liegen. Untertitel sind zugleich ein Baustein digitaler Barrierefreiheit. Bei längeren Videos auf YouTube lohnt zusätzlich eine hochgeladene Untertiteldatei, weil sie den Text durchsuchbar macht. Der Aufwand dafür beträgt wenige Minuten pro Video.
In der Praxis
Eine Physiopraxis in Bremen veröffentlicht Übungsvideos mit gesprochener Anleitung. Die automatischen Untertitel machen aus dem Wort Faszien regelmäßig etwas anderes. Das Team korrigiert die Texte künftig vor der Veröffentlichung im Bearbeitungsfenster und setzt sie etwas höher ins Bild. Die Videos werden länger angesehen, und Menschen mit Hörbeeinträchtigung können ihnen ebenfalls folgen.
Tipp aus der Agentur: Automatische Untertitel immer gegenlesen, besonders bei Fachbegriffen und Ortsnamen. Ein falsch geschriebener Firmenname im Video wirkt unsauber.
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